Mode in Tholosen

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Die Tholoser können zeitlich gut mit den Bewohnern des römischen Imperiums zwischen 200 und 400 n.Chr. verglichen werden. Man muss sich zwar nicht sklavisch an die historische Vorgabe halten, kann sich jedoch eine Menge an Inspiration holen.
Prinzipiell ist das Gewand, das der tholosische Charakter trägt, noch sehr Antik. Figurbetonte Schnitte, wie sie im Mittelalter aufkommen, haben hier nichts verloren. Die Gewandungsschnitte der Tholoser sind überraschen simpel, der Kniff besteht oft nur aus der richtigen Drapierung des Stoffes. Dafür sind Borten, Bestickungen und natürlich die Art des Stoffes von größerer Bedeutung als anderswo. Auch das Umnähen und "Endeln" vom Stoff ist nicht zwangsweise nötig, ausgefranste Stoffenden oder ausgefranste Borten können dem Gewand Charme verleihen.

Als echter Tholoser verzichtet man selbstverständlich auch auf Hosen, auch wenn, zugegebendermaßen, im Winter ab und zu darauf zurückgegriffen wird. Dem finsteren Propagandaspruch "Hosen für Tholosen" ist keine Beachtung zu schenken ;-)

Zwei wunderschöne Beispiele für spätantike Gewandung bietet die Seite der Reenactmentgruppe COMITATUS, hier für einen Soldaten und hier für eine Dame.

Weitere Inspirationen und wunderbare Gewandungsbeispiele bieten auch die Fotos von Soronia Nova, hier von Hubert und hier von Anna-Lucia.

Tipps zum Charakterspiel von Tholosern kann man sich hier holen.

Die Soldatentracht der Tholoser im Detail.

Modische Eigenheiten

Die Tunika

Als absolutes Standardgewand für Mann (knielang) und Frau (knöchellang) ist die tunica für den Tholoser nicht wegzudenken.
Dabei handelt es sich um ein langes Hemd. Ärmel müssen nicht vorhanden sein, können aber halblang oder bis zum Handgelenk reichen (tunica manicata), die langärmelige Version ist die populärste.
Ein simpler T-förmiger Schnitt reicht schon aus, Wolle oder Leinen ist der Vorzug zu geben. Die Schulternaht kann ruhig über die Schulter hinab auf den Oberarm reichen, die Ärmel sind dann dementsprechend kürzer und die Tunika legt sich viel besser in Falten. Schöne Borten an den Stoffrändern, rund um den Hals und Clavi (die gewebte Borten von den Schultern über die Brust zum Bauch) runden das Bild ab. Was Farben angeht sind einem keine Grenzen gesetzt, Farbe zeugt von Geschmack und Reichtum. Arme und Unfreie werden daher eher unverbrämte, naturfarbene und/oder dreckige Tuniken tragen, oftmals sogar ausschließlich.
Die Tunika wird auf Taillenhöhe gegürtet, damit sie auch eine gute Figur macht. Frauen können auch zusätzliche Bänder um die Brust binden, um das Gewand körperbetonter zu gestalten. Reisende, Arbeitende und Soldaten ziehen die tunica auch oft über den Gürtel hoch, dass sie nicht so weit über die Beine hinabreicht und daher weniger stört. Ungegürtet die Tunika zu tragen gilt als anstößig.
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Der Chiton

Ein vor allem bei armen oder arbeitenden Tholosern häufig anzutreffendes Kleidungsstück, das bei Männern bis zur Mitte des Oberschenkeln, längstens bis zum Knie, bei den Frauen bis zum Knöchel gehen sollte. Dabei handelt es sich um ein rechteckiges Stück Stoff, bei dem es mehrere Möglichkeiten gibt, es anzulegen. Grundsätzlich wird er so angelegt, dass es an der linken Körperseite gefaltet und dort geschlossen werden kann, während es an der rechten offen bleibt und an den Schultern durch je eine Heftnadel/Fibel zusammengehalten wird. Durch einen Gürtel fixiert man den Stoff an seiner Position auf Taillenhöhe.

Alternativ kann man den Chiton auch nur über der rechten Schulter fibeln, so dass der Stoff auf der linken Körperseite bis zur Taille herabfällt und die linke Brust frei bleibt. Frauen müssen sich dann eigens Bänder um die Brust wickeln, um nicht mehr zu zeigen, als sie wollen.
Alternativ, wenn man mehr nähen will (und dafür einen feschen Faltenwurf bekommt, kann man ein paar Tricks anwenden. Dabei wird auch die "offene" Seite des Chiton vernäht, so dass ein Stoffschlauch entsteht, in den man hinein schlüpfen kann. Man faltet ihn nun so, dass er vorne etwas (12cm) breiter ist, so dass zwischen den Schulternähten ein Ausschnitt entsteht. Die Schultern näht man dann zusammen, wobei man ca. 10cm vernäht und dann smokt (zusammenrafft). Man kann das ganze aber auch mit Bändern oder Kordeln zusammennähen. Das hintere Stoffstück wird nicht gerade abgeschnitten, sondern leicht kreisförmig, damit man sich auch problemlos bücken kann. Bei Frauen ist das, weil der Stoff eh länger ist, nicht notwendig.

Der Chiton kann aus Wolle oder Leinen sein, wobei man speziell beim Leinen drauf achten sollte, dass der Stoff ordentlich weichgewaschen und eventuell gewalkt wird, damit er weich wird und schöne Falten wirft. Es sind bei den Schnittmustern unterschiedliche bereits erprobte Stoffbreiten angegeben worden. Beides funktioniert, aber umso mehr Stoff man investiert, desto schöner ist der Faltenwurf und desto besser siehts aus.

Ein Chiton kann von beiden Geschlechtern gleichermaßen getragen werden, wobei er eher in den unteren Schichten und bei Sklaven üblich ist. Einen Chiton zu tragen kann als Hinweis darauf dienen, dass man (schwere) körperliche Arbeit zu verrichten hat oder verrichten muss. Dementsprechen häufig wird er von Sklaven getragen, man hat ihn jedoch auch schon bei Politikern gesehen, die sich mit dieser einfachen Tracht volksnahe geben wollen.

Wer sich gerne noch etwas mehr von speziell griechischer Mode inspirieren lassen möchte, dem ist dieser Gewandungsleitfaden von Simon Kirner ans Herz zu legen.
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Die Unterwäsche

Bedenkt, dass man unter die Tunika oder den Chiton hineinsehen kann. Wer sich diese Blöße nicht geben will kann ein subligaculum , die tholosische Unterwäsche, tragen. Dann kann man Tunika oder Chiton zu Arbeit, Sport oder Hygiene auch ablegen und ist trotzdem noch IT gewandet.
Vermieden werden sollte nach Möglichkeit jedoch das Sichtbarwerden von (Garfield-)OT-Unterwäsche, so etwas will niemand sehen :-)
Die Gladiatoren tragen eine spezielle Art von Unterwäsche, die aus einem T-förmigen Stück Stoff besteht und mit einem Gürtel über dem Bauchnabel gehalten wird.
Um die Brüste zu halten wickeln sich Frauen Bänder um den Busen, wie folgendes Mosaik belegt.
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Die Stola

Ein Überkleid, das bürgerliche oder reiche Frauen über der langen Tunika oder dem langen Chiton tragen können. Es reicht oft bis zum Boden und wurde unter den Brüsten und/oder auf Taillenhöhe gegürtet. Eine mögliche Trageweise ist es, sie im oberen Fünftel umzuschlagen und sich mit Fibeln oder Knöpfen über den Schultern zu befestigen, so dass der umgeschlagene Teil über die Brüste herabhängt.
Hier sieht man ein schönes Beispiel einer orangen Stola unter einem rosa Mantel, ganz darunter eine weiße Tunika.
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Die Toga

Dieses altehrwürdige Kleidungsstück gilt unter Tholosern als antiquiert, muss jedoch selten und zu offiziellen Anlässen von wichtigen (ausschließlich Männlichen) Würdeträgern getragen werden. Dabei handelt es sich um einen wollenen halbkreisförmigen Mantel, der über der linken Schulter getragen und um die Hüfte gewickelt wird. Reiche Tholoser tragen jedoch eine weniger aufwändige und störende Version der Toga nach wie vor, die zum Teil einfach in den Gürtel gesteckt werden kann.
Die Toga ist äußerst unpraktisch und weder zum laufen noch zum kämpfen geeignet, in ihren Falten kann man aber bequem Leckerein, Weinschläuche oder Waffen für den Schlagabtausch mit dem politischen Gegner verstecken.
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Die Mäntel

Das Sagum war ursprünglich die Kriegstracht der Legionäre, hat sich aber auch in zivilen Kreisen bei Männern durchgesetzt. Es handelt sich dabei um einen rechteckigen Wollmantel. Das obere Drittel wird umgeschlagen und dient als zusätzlicher Feuchtigkeitsschutz der Schulter oder des Kopfes. geschlossen wird das Sagum mit einer Fibel über der rechten Schulter, damit die rechte Körperseite und der rechte Arm (Schwertarm) frei bleibt. Linkshänder müssen das sagum dementsprechend spiegelverkehrt tragen, so dass die linke Körperseite frei bleibt.
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Die Paenula ist ein Kapuzenmantel, der ähnlich einem Poncho nur ein Kopfloch hat oder vorne mit einer Fibel geschlossen wird. Er ist sehr wetterbeständig und wird daher häufig von Reisenden beiderlei Geschlechts getragen.
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Die Palla war ein weiter, bis zu den Füßen hinabreichender und rechteckig geschnittener Mantel, der von Frauen jeglichen Status' über ihren anderen Kleidern getragen wurde.
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Das Chlamys oder Paludamentum ist ein leichter, auch im Sommer von Männern getragener Mantel. Er besteht aus einem rechteckigen Stück Stoff, der über der rechten Schulter gefiebelt wird (damit die rechte Körperseite und dadurch auch der Schwertarm frei bleibt). Er sieht dem sagum sehr ähnlich, ist aber leichter und hat weniger Stoff. Auch dieser Mantel kommt aus den Militärkreisen und wird auch von milites (Soldaten) getragen, weshalb er für Frauen untypisch ist.
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Kopfbedeckungen

Vor allem in Militärkreisen trägt man das Pileus. Dabei handelt es sich um eine Filzkappe (alternativ auch aus Wolle oder Leinen), die am Scheitel getragen wird. Beliebt ist es vor allem bei den Legionären, für die das Pileus gleichzeitig die Auspolsterung des Helmes ist. Das pileus ist recht einfach geschnitten: es ist eine runde, krempenlose, zylindrische Kappe.

Bei Zivilisten, Freien wie Sklaven, sind vor allem als Schutz gegen die Sonne auch breitkrempige Strohhüte sehr beliebt, sie werden häufig an heißen Tagen oder zur Feldarbeit getragen.

Klassisch gilt es, sich ein dünnes Band über dem Haaransatz um den Kopf zu binden.
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Fußbedeckung

Die Tholoser Bürger tragen soleae (Sandalen) auf den Füßen, die Soldaten beschlagene caligae (Militärsandalen), Bundschuhe oder hochgeschlossene Stiefel. Stiefel sind auch bei den reichen Bürgern und Adeligen beliebt. Verarmte und Sklaven erkennt man oft nicht zuletzt auch daran, dass sie barfuß gehen.
Beim Essen ist es Brauch, seine Sandalen abzulegen und sie von seinen Sklaven verwahren zu lassen.
Eine Bauanleitung für caligae findet ihr hier.
Eine einfache Bastelanleitung für soleae findet ihr hier.

Gürtel

Gürtel werden prinzipiell, bei Männern wie auch bei Frauen, auf Taillenhöhe (ca. Bauchnabelhöhe) gegürtet.
Verwendet werden können einfache Ledergürtel, die entweder so kurz sind, das sie genau passen (dann vielleicht mit einer Gürtelplatte), oder lange genug, um weit hinabhängen zu können. Bei Soldaten kann der Gürtel auch mit Platten oder Rundnieten beschlagen sein.
Arme Leute können auch Seile, brettchengewebte Bänder, geflochtene Bänder oder Kordeln als Gürtel verwenden.

Haartracht

Bei Männern wie bei Frauen sind lockige Frisuren in Mode. Männer tragen die Haare jedoch meistens kurz, während bei Frauen lange Haare als Symbol der Schönheit, des Wohlstandes und der Jugend gelten.
Ärmere Frauen und Sklavinnen tragen das Haar zumeist offen oder praktisch verknotet, wenn die Arbeit es erfordert, doch reiche Frauen lassen sie sich oft zu lockigen, hochgesteckten und manchmal auch strengen Frisuren formen. Beliebt sind auch Perücken in den verschiedensten Farben, vor allem Blond und Rothaarige, da sie aus den Haaren der ravenhaimer Kriegsgefangenen gemacht wurden.
Bei Männern sind (Voll-)Bärte durchaus in Mode, aber kein muss. Lange Haare gelten eher als Barbarisch, weil man sie mit den Ravenhaimern in Verbindung bringt. Dementsprechend häufiger sind lange Haare dadurch bei Sklaven, wenn diese nicht geschoren wurden (was zum einen als Zeichen der Unterwerfung dienen, andererseits das Haar teuer an Perückenmacher verauft werden kann).
Bei Frauen gilt es als schön, wenn die Körperhaare entfernt wurden. Dieser Trend lässt sich auch bei manchen Männern mit Verweis auf das jugendliche Körperideal beobachten.
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Die Tracht des Volkes

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 Hier trägt der Tholoser Bürger eine langärmelige Tunika mit Borten an Saum und Kragen, die er sich mit einem Gürtel um die Hüfte befestigt. Über der rechten Schulter (damit sein Schwertarm frei bleibt) trägt er einen leichten paludamentum, dessen herabhängenden Stoff er auch auf die linke Schulter heraufgezogen hat. In den Haaren trägt er ein Band.  Diese Bürgerin trägt eine bodenlange, ärmellose Tunika, die sie um die Hüfte gegürtet hat. Am Kopf und um den Körper gewickelt hat sie eine modische Palla. Außerdem trägt sie Schmuck um die Handgelenke und den Hals.  Diese tholosische Dame trägt eine bodenlange, langärmelige Tunika mit Borten, die zusammen mit einer umgefalteten Stola mithilfe von Knöpfen über der Schulter und den Armen befestigt ist. Um die Hüfte trägt sie einen schmucken Gürtel, im Haarknoten am Hinterkopf hat sie einen langen Schleier befestigt.



Die Tracht des Adels

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 Dieser Patrizier trägt eine reich verzierte kurzärmelige Tunika mit Borten und Ketten, um den Hals ein Phallusamulett. Über der rechten Schulter hat er eine reduzierte Form der Toga drapiert, die nur knapp unter die Hüften hinabhängt.  Hier trägt die Patrizierin zwei ärmellose Tuniken aus feinem fließenden Stoff übereinander, wobei die obere kürzer und reicher verziehrt ist. Unter den Brüsten betont der Gürtel ihre Figur besonders. Ihr Haar ist zu einer aufwändigen lockigen Frisur hochgesteckt, sie trägt viel Schmuck.  Diese Priesterin trägt über einen langen Tunika eine zweite kürzere, die über den Armen geknöpft ist. Die Palla hängt vom Kopf herab und ist um die Hüfte drapiert, so dass ihr Gürtel nicht sichtbar wird (was als besonders keusch gilt). Zusätzlich trägt sie unter dem Mantel ein leichteres Kopftuch, um ihre Haare zu verbergen.



Die Tracht der Sklaven und Soldaten

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 Hier trägt der Sklave einen Chiton, der nur über der rechten Schulter gehalten wird und die linke Brust frei lässt, was auf körperliche Arbeit hindeutet. Die langen Haare könnten ein Indiz seiner barbarischen Herkunft sein. Obwohl unfrei trägt er doch einfachen Schmuck.  Diese Sklavin trägt einen feineren Chiton, der auch seitlich offen ist, ihre Brüste werden von Wickeln gehalten. Von den Brüsten bis zur Taille hat sie schöne Bänder um den Leib gewickelt, sie dient in einem wohlhabenderen Haushalt.  Dieser Soldat trägt unter der langärmeligen, verzierten Tunika ein Paar feminalias und Beinwickel, um die Schulter ein sagum und am Kopf einen Helm, darunter ein pileus zur Polsterung. Als Waffen trägt er einen pilus (Speer), ein spatha (Schwert) und ein scutum (Schild).