Honoria Grata Placidia

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Charakterdaten

Wohnort: Tholosen auf Tiburnia
Honoria.jpg

Vater: Honorius Petronius Hortalus, Bruder des Princepts Marcus Hortalus
Mutter: Vibia Matidia Sabina, die einzige Tochter eines Heerführers obersten Ranges.

Familiengeschichte

Der Großvater Honoria Gratas stammte aus keinem reichen Haus, obwohl er adeligen Geblüts war, aber die Familie Sabinus hatte längst ihr Geld verloren und lebte nicht viel besser als die breite Masse. Der junge Mann trat deswegen dem Heer bei und schaffte es tatsächlich, sich hinaufzuarbeiten bis zum obersten Rang. Als er genug Geld zusammen hatte, hielt er um die Hand seiner Jugendliebe an, deren Gatte vor kurzer Zeit verstorben war. Sie selbst war aus gutem Hause und im Laufe ihres gemeinsamen Lebens – in dem die Liebe schnell erlosch – sparten sie so viel Geld und wirtschafteten so geschickt (es wurde aber auch gemunkelt, dass betrogen und ausgebeutet wurde) dass sie ihrer einzigen schönen Tochter Vibia Matidia eine Mitgift geben konnten, die einer Königstochter würdig war (kein so großer Aufwand bei einem fern von reichen Königshaus...). Ihren Eltern gelang es durch geschickte Verhandlungen, Vibia Matidia mit dem Bruder des Prinzeps zu verheiraten. Mit fünf bzw. acht Jahren wurde Verlobung gefeiert, mit zwölf trat Vibia Matidia in die Ehe ein. Lange dauerte es, bis die Kinder sich aneinander gewöhnten, noch länger, bis sie ihr Bett miteinander teilten, Liebe wurde es nie, aber Freundschaft. Nach vielen Jahren Kinderlosigkeit und als schon gemunkelt wurde, der Bruder des Princeps, ihr Gatte, werde sie demnächst wegen Kinderlosigkeit verstoßen (was nicht unbegründet gewesen war, schließlich gab es nur einen einzigen Sohn des Princeps und dem konnte leicht etwas zustoßen, besonders im Kleinkindalter, daher war der Druck groß, weitere Thronfolger in die Welt zu setzen), gebar Vibia Matidia eine Tochter. Der gewünschte Sohn blieb aus. Das Kind wurde Honoria Grata Placidia Hortula genannt und wuchs mit der Liebe der Eltern auf, die alle Hoffnung in ihre Tochter gaben, die den Sohn ersetzen sollte. So wurden von klein auf hohe Erwartungen in Honoria Grata gesetzt. Sie bekam umfassenden Unterricht in den Künsten wie Musik, Instrumentenspiel, Gesang, Dichtung, Stickerei und Lesen aber auch männlichen Künsten wie Schreiben, Rhetorik, Geographie, Geschichte und Staatskunst. Für ein Jahr besuchte sie sogar die Magieakademie (man sagt, sie wäre rausgeworfen worden, weil sie sich mit den Professoren angelegt hat, ob das stimmt, weiß keiner). Mit vier Jahren wurde sie mit dem Sohn eines hohen Adeligen verlobt, dieser starb aber noch vor der Hochzeit an einer Lungenkrankheit, danach fand sich kein passender Fiancé und an einen der genügend Erwachsenen wollten Vibia Matidia und Honorius Petronius sie nicht verschachern, denn sie wussten, dort wäre sie nicht gut aufgehoben (man sagte diesen Adeligen zum Teil nicht nur Exzesse und Knabenliebe nach...). Vor einigen Jahren gab es mehrere Möglichkeiten an tüchtigen jungen Männern, die um ihre Hand anhielten, aber Honoria Grata weigerte sich erfolgreich, sah sie doch ihre kindliche Freiheit in Gefahr, fürchtete sich vor dem, was Männer mit Frauen zur Hochzeit normal zu machen pflegten und den Streiten, die sie von ihren Eltern mitbekommen hatte. Und jetzt mit über zwanzig Jahren gilt sie als schlicht zu alt und bekommt keine Anträge mehr. Vor einigen Jahren schon war auch ihre Mutter gestorben bei der Geburt eines toten Kindes. Die Hoffnung auf einen Sohn erfüllte sich also nie.
Honoria Grata hat den arbeitssamen Charakter ihrer Eltern geerbt. Ihr Interesse gilt allem, was sie zwischen die Finger bekommt, von der Magie des einfachen Volkes bis zur Pferdezucht und der Staatskunst. Viele Männer haben insgeheim Angst von ihr, da sie eine Frau mit Wissen war und sie selbst darin oft übertraf. Da ihr Großvater aus einfachen Verhältnissen kam und wusste, wie das Bürgertum lebte, wurde ihr von ihrer Mutter gelehrt, Milde zu zeigen, und ist sie eine der wenigen, die ihr Vermögen nicht aus Bestechung und Selbstbeweihräucherung mit der armen Bevölkerung teilt, sie nicht ausbeutet und schlecht behandelt. Aufrichtige Menschen können schnell ihr Vertrauen gewinnen, falschen, korrupten und egoistischen Menschen kann sie nichts abgewinnen und kämpft mit aller Macht, die eine Frau haben kann, gegen sie. Honorius Petronius und der Princeps Marcus wissen das zu nützen und setzten Honoria Grata als Legatin für das Herrscherhaus und als Mittlerin und Diplomatin zwischen Herrscherhaus und Bürgertum ein. Damit bleibt ihr ihre Freiheit bestehen und sie hat die Gelegenheit, die wenige Frauen nur haben (die, die sie haben, wollen sie nicht, da es bedeutet, den Haushalt zu verlegen), mehr zu sehen als das Innere ihres Hauses und weiter Wissen zu erlangen, das für Frauen sonst verschlossen bleibt, und vielleicht auch dem jammernden Bürgertum zu helfen.

Ansichten

Sklaverei: Nicht wenige sind selbst schuld, dass sie in die Sklaverei kamen. Es ist einfach notwendig in Tholosen, würden die Sklaven plötzlich verschwinden, wer würde dann die Arbeit machen? Die Herren sicher nicht, die sind es seit Ewigkeiten gewohnt, keinen Finger zu rühren. Eine Abschaffung würde also zu einer wirtschaftlichen Katastrophe und Hungersnot kommen. Und damit die Sklaven brav arbeiten und folgsam sind, gebe man ihnen genug zu essen und behandle sie streng, aber gerecht. Immerhin will ja auch keiner, dass sein anderes Hab und Gut kaputt geht, weil er schlecht dafür sorgt. Sklaven sind teuer, Geld ist am liebsten im eigenen Beutel.

Politik: Seit Kindestagen hat sie die natürlich mitbekommen im Prinzepspalast, später auch gelernt - so viel einer Frau halt angemessen scheint -, sie findet es aber trotzdem beschämend und ärgerlich, dass sie nicht so weit ausgebildet wurde, dass sie alleine handeln kann, sondern Berater zur Seite ziehen muss. Darum hegt sie ein wenig Groll gegen ihre Lehrer.
Krieg: Oft ein notwendiges Übel. Die Soldaten wären auf den Feldern besser aufgehoben als Arbeitskraft, das Blutvergießen findet sie traurig. Dennoch ist ihr bewusst, dass oft Kriege geführt werden müssen, um nicht in ruinöse Tributzahlungen, Sklaverei oder Abhängigkeit bis Integration in einen anderen Staat getrieben zu werden.

Ravenhaim: In erster Linie "das Land da oben mit den komischen Leuten, die hässlich gefärbte raue Wolle tragen und lustige Beinkleider namens Hosen, wilde Barbaren, je weiter man in den Norden kommt." Natürlich ist sie auch neugierig, ob die Gerüchte und Meinungen stimmen bei denen, die noch nicht von den südlichen Nachbarn kulturell beeinflusst sind.