I am Zombie! Die Geschichte meines (Un)Lebens

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Dieses Thema enthält 4 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Night Haunter Night Haunter vor 4 Tagen, 7 Stunden.

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    Night Haunter
    Night Haunter
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    Hallo zusammen!

    Nachdem ich bereits 2 Runden I am Zombie! gespielt habe, möchte ich das Forum für mich nutzen, um sozusagen mein Charaktertagebuch hier zu führen 🙂

    Ich spiele Judith Quandt, eine junge Dame die es im Leben nicht immer leicht hatte, sie war und ist Kellnerin im Klagenfurter Nachtleben und hat einen leicht ungesunden Hang zu Schusswaffen, ist ein „Prepper“ und hat sich für den Fall das die Welt vor die Hunde geht hinter den Friedhof Annabichl im Wald am Hang einen alten Luftschutzbunker hergerichtet, in dem sie ihre teilweise illegal erworbenen Schusswaffen lagert. Ihr Hang zur Gewalt und Exzessivem Alkohol- und Drogenkonsum, sowie ihre labile psychische Verfassung führten dazu, dass ihre Eltern sie einweisen ließen. Nach einiger Zeit in einer Nervenheilanstalt fand sie halbwegs zurück in ein geordnetes Leben, nicht zuletzt durch eine Yogagruppe, die ihr neuen Halt gab und ihr Wege zeigte, um in Stresssituationen ihre Mitte zu finden aber auch durch ihr neues Hobby – Cosplay.

    Ihre „I am Zombie“ Charakterkarten sind: Mentaler Patient (wahres Selbst), Überlebenskünstler/Prepper, Waffennarr, Party Animal und Yoga Lehrer

    Judith Quandt Charakterkarte

    Judith Quandt Model

    Ausgansmodel

    Vintorez

    Mr. Honey-Bunny Hasenrucksack

    Jacke (zusammgeknüllt am Base)

    Alles begann mit einer Hobby-Con in Klagenfurt am Neunergelände in der eigentlich gesperrten alten Lederfabrik. Alle waren sie dort vertreten – Gilead stellte seinen Verein vor, Elbenwald hatte einen Stand, Hive Games bat Magic-Turniere an und viele andere Anbieter von verschiedensten Hobby waren dort. Ich saß mit meiner Freundin Ghanima Bischof, 35 Jahre alt mit einem ausgeprägten Hang zu okkultem (Forscher), aber auch Straßendealerin, Gangmitglied, Vigilante, und Safeknackerin an einer improvisierten Taverne und wir tranken Met. Ghanima war eher unauffällig angezogen, aber ich trug mein neues Harley Quinn Kostüm – natürlich inklusive übergroßen Quitschehammer! Leider vertrage ich nicht mehr so viel wie früher, was sich nach dem Fünften Horn bemerkbar machte und mich recht bald in die örtlichen Toiletten zum Rückwertsfrühstück führte. Als ich wieder zurückkehrte sah ich gerade noch wie Ghanima auf einen betrunken wirkenden, wie ein Obdachloser gekleideten Mann zuging und ihn anrempelte – was sie gerade gemacht hatte, war mir klar, ihre flinken Finger haben sicher etwas aus seiner Tasche gezogen, so wie ich sie kenne. Mir fiel außerdem auf, das noch drei andere Typen dieser eher nicht zu solchen Veranstaltungen passenden Art auf der Con unterwegs zu sein schienen – und sie alle gingen auf die jeweils größten Menschenansammlungen zu! Das war mir nicht geheuer und ich wollte gerade Ghanima bitten zu gehen, als ein fünfter Typ auf eine der Stände kletterte, eine Zigarettenpackung zog und dies von allen anderen ähnlichen Typen nachgemacht wurde – dann rief er: „Tot den Atmern!“ und er und die Anderen zerdrückten gleichzeitig ihre Zigarettenpackungen und… und… explodierten in Fontänen aus Blut, Eingeweiden und Knochen!

    Nur einer war nicht explodiert, der Typ den Ghanima um etwas erleichtert hatte – sie holte aus ihrer Tasche die Zigarettenpackung hervor, die sie ihm wohl aus der Tasche gefischt hatte.

    Da standen wir nun – voller Blut und geschockt bis ins Mark, Leute die ähnlich besudelt panisch herumrannten, viele Verletzte und auch Tote – von Knochenschrapnellen durchbohrt. Viele wollten durch das Haupttor fliehen – doch dieses war plötzlich zu und scheinbar verriegelt worden! Und in all dem Chaos sah Ghanima, wie der Mann, den sie bestohlen hatte, sie ins Auge fasste und auf uns zuzulaufen begann! Wir teilten uns auf und flohen – Ghanima mit ihrem Verfolger die Halle hinunter und ich in Richtung des Elbenwald Standes, denn dort hatte ich früher ein Schwert gesehen – ein Replika von Narsil aus Herr der Ringe, dieses wollte ich mir schnappen um meiner Freundin zu helfen, welche den Irren hinter sich her in meine Richtung lotzte, wobei sie am blutbesudelten Boden ausrutschte, es ihr aber gelang ihr Schlittern in meine Richtung zu lenken und sie zwischen dem Elbenwald Stand und einem Stand für Stickereien landete. Ihr Verfolger war gleich hinter ihr und ich stellte mich ihm in den Weg – Narzil in der einen Hand, den Quitschehammer in der Anderen und brüllte ihm entgegen: „Du kommst hier nicht vorbei!“

    Wenig beeindruckt versuchte diese widerliche Gestalt doch an mir vorbeizukommen und ich schlug mit beiden Waffen zu. Mein Quitschehammer hatte wenig überraschend keinen Effekt, doch das Schwert hätte ihn zu Boden schicken müssen – aber der Kerl taumelte nur zurück und griff wieder an. Ghanima begann wahllos Sachen aus den Ständen neben sich auf den Typ zu werden, traf ihn am Kopf mit einem Häkeldeckchen in dem noch eine Nadel steckte, welches er sich vom Kopf riss, inklusive eines Ohres, da sich die Nadel in dieses gebohrt hatte! Das schien den Mann, der aus der nähe noch widerlicher aussah als aus der Ferne, noch wütender zu machen und er zog ein Messer um nach mir zu stechen – ich wich zur Seite aus, sodass die Klinge nur in mein Kostüm schnitt – ich schlug wieder zu und meine Klinge schlug ihm das zweite Ohr vom Kopf – Ghanima  griff in den Elbenwaldstand und warf das erste, das ihr in die Finger kam – ein bronzene Dobby Figur, die sie ihn ebenfalls ins Gesicht schleuderte und eine tiefe Schramme hinterließ – wieder taumelte er zurück und in seinem Augen begann eine animalische Wut zu brennen, er ließ das Messer fallen, sprang mich an und biss mir in die Schulter!

    Ghanima reagierte sogleich und schaffte es den Mann von mir zu reißen und seinen Sturz auf eine umgestürzten Tisch zu lenken. Das gebrochene Tischbein bohrte sich durch seinen Bauch – aber auch das schien ihn nicht außer Gefecht zu setzten – er versuchte sich aufzurichten und ich baute mich vor ihm auf – sammelte all meine Kraft und enthauptete ihn mit einem Schlag!

    Sein Kopf kullerte mir vor die Füße, ich hob ihn hoch, warf ihn in die Höhe und schlug ihn wie einen Baseball mit meinem Quitschehammer durch die Halle.

    Wir folgten der Flugbahn des Kopfes als er klatschend gegen die versperrte Ausgangstüre prallte, da bot sich uns ein grausiger Anblick – die Menschen dort starrten uns mit Hunger in den Augen an – viele von ihnen hätten gar nicht mehr leben, geschweige denn aufrecht stehen dürfen, ob der Wunden, die ihre Körper aufwiesen! Und doch setzten sie sich in Bewegung und auf uns zu – eine schneller Blick um uns herum zeigte uns, das überall wo diese Typen mit den Zigarettenpackungen explodiert sind, zombiehafte Menschen auf uns zu kamen – nur in der Ecke, wo der Mann war, den ich gerade enthauptet hatte, waren noch verängstigte normale Menschen – auf diese liefen wir zu, denn dort war auch eine Treppe in den oberen Stock, die zwar mit einer kleinen Kette abgesperrt war, diese konnten wir aber überwinden. Ich rief den Leuten zu: „Flieht ihr Narren“ und erhob Narsil über meinen Kopf um sie dazu zu animieren mit uns zu kommen. Ein paar Elbencosplayer folgten uns tatsächlich, doch die meisten verblieben kauernd in der Ecke. Im ersten Stock fanden wir eine Türe mit Schloss davor, doch Ghanima holte ein paar Dietriche raus und knackte es ohne große Mühe, wir verschlossen die Tür dann auch sogleich um die Horde  aufzuhalten, die uns verfolgte. Während Ghanima  die Tür wieder verschloss, sah ich aus dem Fenster und konnte erkennen, wie ein schwarzer Van vorfuhr und Leute mit Gewehren ausstiegen – dann liefen wir aber auch schon wieder weiter um von dem Grauen wegzukommen.

    Wir durchquerten die Hallen des Gebäudes bis wir einen Hinterausgang fanden, der sich auch leicht öffnen ließ und befanden uns dann wieder im Freien vor einer Mauer, die wohl das Gelände umspannte. Einer der Elbencosplayer musste sich übergeben, doch wir beachteten ihn nicht. Ich wies zwei der Elben an, mir eine Räuberleiter zu machen, damit ich mich auf die Mauer setzen konnte, um dann einen nach den anderen, angefangen mit Ghanima, über diese zu helfen. Als ich sie und noch einen Elben sicher darüber gebracht hatte und gerade dabei war einen weiteren hochzuziehen, wurde dieser plötzlich vom letzten Elben, der sich gerade erst erbrochen hatte, in den Fuß gebissen! Mit einem Ruck zog ich den Elb nach oben und über die Mauer, wobei wir beide stürzten. Der eine Elb, den wir zuerst retten konnten, rannte davon als er sah was passiert war, und ich und Ghanima entschieden uns, es ihm gleich zu tun – klopften den verwundeten Elb aufmunternd auf die Schulter und liefen davon in Richtung Krankenhaus. Ich weiß, wir hätten ihn mitnehmen müssen, aber wir hatten Angst das auch er sich gegen uns wenden könnte…

    Wir waren gerade auf dem Weg Richtung Krankenhaus, als wir zufällig zurück auf das Gelände blickten und in der Ferne einen der Elben wie einen Zombie herumwackeln sahen. Plötzlich brach er zusammen und ein Mann mit einem Sturmgewehr tauchte auf – da verstecken wir uns gleich und schlichen weiter in Richtung Krankenhaus.

    Dort angekommen waren Alle sehr geschockt von dem, was wir berichteten und wir wurden sogleich in ein Zimmer gesteckt und behandelt, vor allem meine Schulterwunde wurde genau angesehen. Obwohl wir nicht schwer verletzt wahren – Ghanima eigentlich garnicht, wurde uns immer schlechter, wir mussten uns häufig erbrechen und irgendwann gingen uns, im wahrsten Sinne des Wortes, die Lichter aus!

    Als wir wieder erwachten war alles finster, wir waren nackt, hatten Tücher bis über die Köpfe gezogen und lagen auf kalten Metallbaren. Wir erhoben uns langsam und sahen einen Mann mit dem Rücken zu uns stehen, er hatte Kopfhörer auf und hörte laut Musik, dabei schnitt er mit einer kleinen Handkreissäge einen Körper auf einem Seziertisch auf.

    Wir erhoben uns von unseren Metallenen Betten und gingen auf ihn zu und tippten ihn auf die Schulter.

    • Dieses Thema wurde geändert vor 4 Monate, 2 Wochen von Night Haunter Night Haunter.
    • Dieses Thema wurde geändert vor 2 Monate, 1 Woche von Night Haunter Night Haunter.
    #4896
    Night Haunter
    Night Haunter
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    Der etwas beleibtere Mann im Arztkittel drehte sich erschrocken um – musterte uns von oben bis unten, sah die Zettel an unseren Zehen, verdrehte die Augen und fiel in Ohnmacht.

    Wir sahen uns verwundert an, Ghanima suchte nach einem Stethoskop und überprüfte ihren Herzschlag… 1 – 2 mal die Minute… uns überkam ein schrecklicher Verdacht, verdrängten diesen aber sogleich, denn wir entschieden, das wir hier weg mussten. Wir durchstöberten die Spinde der Belegschaft und fanden ein paar Sachen zum anziehen und ich steckte mir noch ein Skalpell ein, dann machten wir uns davon.

    Ich entschied dass wir wohl am Besten in meinen Bunker gehen sollten, doch Ghanima wollte erst noch Infos einholen, was denn so passiert war als wir „schliefen“. Am Ausgang des Krankenhauses entdeckte ich einen schwarzen Van – wie der, den ich bei der Con hatte vorfahren sehen – wir wurden wohl verfolgt! Wir gingen hinter den Van und ich zerstach mit dem Skalpell einen der Reifen, dabei sah uns eine ältere Dame – ich winkte freundlich, dann machten wir uns hurtig aus dem Staub. Ghanima schlug den Heiligen Geist Platz vor, denn sie kannte ein paar zwielichtige Leute dort, die man um Infos fragen konnte. Auf den Weg dorthin kam uns alles sehr normal vor – keine Polizei in den Straßen, keine Hubschrauber in der Luft, nichts was man erwarten würde, wäre eine Zombieseuche ausgebrochen.

    Am Heiligen Geist Platz sprach Ghanima  dann einen Typen mit Glatzkopf und Pittbull an und fragte ihn aus, ob er denn wüsste, was bei der Con geschehen war. Er erzählte,  er wäre dort außen vorbeigegangen und dass er dort zwar einen Van mit bewaffneten Männern hatte vorfahren sehen, aber sonst hätte sich nichts außerordentliches in der Stadt ereignet.

    Wir waren etwas verwirrt und beschlossen trotzdem auf jeden Fall zum Bunker zu fahren und unsere Wohnungen zu meiden, für den Fall das unsere Verfolger im Krankenhaus unsere Personalien erfahren hatten. Zufälligerweise fuhr gerade ein mir bekannter Golf bei uns vorbei, hupte und hielt an – ich ging hin und am Steuer saß ein guter Freund von mir – Robert, ein Ambulanzfahrer der auch gut mit dem Schraubenschlüssel umzugehen weiß und auch manchmal an illegalen Kämpfen in Hinterhöfen teilnimmt. Er hatte mir schon oft dabei geholfen, den alten Bunker herzurichten, unlängst erst hat er zum Beispiel das Lüftungssystem wieder zum laufen gebracht.

    Ich fragte ihn ob er mich und Ghanima eventuell zum Bunker fahren würde, woraufhin er gleich einwilligte, da er sowieso gerade auf den Weg dorthin war um sich die Wasserleitungen anzusehen. Wir baten ihn ob wir eventuell über die Autobahn dorthinfahren könnten, da wir nicht am Krankenhaus vorbeifahren wollten. Auf dem Weg zum Bunker erzählte ich ihm dann was vorgefallen war, ich weiß nicht ob er mir glaubte oder mich für verrückt hielt – was ja nicht ganz abwegig ist…

    Da wir sehr großen Hunger verspürten fuhren wir unterwegs noch zum Merkur um dort was zu Essen und Vorräte zu kaufen – ich fand etwas Geld in der „geliehenen“ Hose und den Rest steuerte Robert bei. Dann parkten wir das Auto am Annapichler Friedhof und machten uns auf den Weg zum Bunker im Wald dahinter.

    Dort angekommen bat mich Robert, ob ich ihm die Schulter zeigen könnte in die ich gebissen worden war. Ich willigte ein. Während er mir von nekrotisch aussehenden Fleisch erzählte und davon sprach das es sich um etwas tötliches, ansteckendes handeln könnte, was ich mir da eingefangen habe, wurde mir ganz anders…

    Plötzlich spürte ich wie Robert ein Kabel, das er wohl vom Boden gefischt hatte, um meinen Hals schlang und mich zu würgen begann! Ich wehrte mich kaum, das Kabel drückte mir zwar die Luft ab aber ich schien nicht atmen zu müssen! Ghanima trat an Robert heran und fragte ihn, was zur Hölle er da mit mir mache – er schrie, ich müsse unter Quarantäne und er wollte mich bewusstlos machen – da holte Ghanima aus und schlug ihn auf den Hinterkopf – aber sie hatte ihn wohl nicht ordentlich erwischt und er ließ das Kabel fallen und begann Richtung Bunkertüre zu laufen. Ab hier erinnere ich mich nur noch bruchstückhaft, aber meine Freunde haben mir erzählt ich wäre dann in eine Ecke des Bunkers gelaufen und hätte aus einem Haufen Klamotten meinen Hasenrucksackt gezogen, ihn umarmt und weinend vor mich hin gemurmelt: „warum Mister Honeybunny, warum hat Mister Eklektiker Man das getan, wir waren immer nett zu ihm….“

    Ghanima stürzte hinter Robert her, der vergeblich versuchte die Schleuse des Bunkers zu öffnen, griff sich unterwegs ein stück Rohr und zog es ihm über den Schädel, so das er bewusstlos zusammensackte. Fast gleichzeitig ertönte ein Klopfen an der Türe.

    Draußen stand Victor Sleykes – oder wie ihn fast alle nannten, der Dude – ein reicher Typ den ich von meiner Zeit als Kellnerin und exzessiver Trinkerin kannte, wobei wir auch im selben Yogaverein waren. Später erfuhr ich, das er von einer Krankenschwester, die ebenfalls mit uns Yoga machte, erfahren hatte, ich sei im Krankenhaus verstorben. Er wollte sie besuchen und mir lebwohl sagen, doch als er dort ankam sah er mich und meine Freundin aus der Ferne gerade aus dem Krankenhaus kommen, den Reifen eines Vans zerstechen und dann abzuhauen. Er verfolgte uns erst mit einem Rad, das er einfach einer Dame unterwegs zu einem horrenden Preis abkaufte, und nachdem er uns am Heiligen Geist Platz eingeholt hatte und sah das wir in ein Auto stiegen, verfolgte er uns weiter in einem Taxi. Jetzt stand er da, vor dem Bunker und rief nach mir! Ich erkannte wohl seine Stimme und sagte Ghanima  sie solle ihn hereinlassen! Ich kann mir kaum vorstellen, wie ein normaler Mensch auf das Bild reagiert hätte das sich ihm bot, ein Typ mit blutender Kopfwunde am Boden, eine Frau mit einem Eisenrohr dahinter und mich, wie ich ihm oben ohne mit einem Hasenrucksack im Arm auf ihn zukam und ihn drückte. Ich bot wohl an gleich Tee aufzusetzen. Viktor sah dann, wie Ghanima anfing, sich zu dem bewusstlosen, blutenden Robert herunterzubeugen und sein Blut zu kosten. In ihren Augen flammte wohl ein Hunger auf, dem sie nicht widerstehen konnte, aber bevor sie ihre Zähne ins Roberts Fleisch versenken konnte, reagiert Viktor und schlug auch sie bewusstlos! Ich bekam davon wohl wenig mit – Viktor sagte ich wäre dann schreiend an ihm vorbei zum Türsturz gelaufen als der Teekessel zu pfeifen begann und hätte: „Luftangriff“ geschrien! Er habe dann sein Handy gezückt und einen Rettungswagen gerufen, da er den blutenden Robert wohl als im Sterben ansah. Er überzeugte mich mit ihm zu kommen und wir wollten gerade die zwei schlaffen Körper von Robert und Ghanima  aus dem Bunker zum Friedhofsparkplatz bringen, als ein kleines Mädchen in der offenen Bunkertür auftauchte und uns in einer etwas zu tiefen Stimme für ihr Alter fragte, ob uns bewusst wäre, was für Scheiße wir angestellt hätten. Ich antwortete wohl: “ aber ich war heut noch gar nicht Groß…“ Hinter ihr bauten sich 4 Männer mit Sturmgewehren auf und sie forderten uns auf  mit ihnen zu kommen, was wir wohl nicht ablehnen konnten.

    Auf dem Weg zum Van entschied Viktor wohl, das er Robert nicht mehr tragen wollte und übergab ihn, ohne hinzuschauen ob er ihn annehmen würde, einem der Wächter. Der lies Robert aber einfach zu Boden fallen, dann hab wohl ich angefangen, Ghanima und Robert hinter mir herzuschleifen. Viktor wurde dann wohl auch noch etwas schlecht und erbrach sich, besudelte seine Jacke und warf sie dann einfach in ein Gebüsch. Am Van angekommen mussten wir uns alle hineinsetzten und unsere Wachen sowie auch Viktors Jacke plus ein paar Büsche kamen hinterher. Das kleine Mädchen machte sich dann mit einer Schachtel voller grüner Sprühflaschen auf dem Weg zum Bunker und ich rief ihr angeblich hinterher, sie solle meine Waffen mitnehmen…

    Wir fuhren dann im Van eine zeit lang stumm dahin, bis wir scheinbar beim Schrotturm etwas außerhalb von Klagenfurt am halben Weg nach Krumpendorf ausstiegen. Wir wurden dann in den Schrotturm geführt und das Mädchen fragte uns aus, was auf der Con passiert wäre. Dann mustere sie uns alle sehr genau und eröffnete uns, das wir uns mit dem Armanie Virus infiziert hätten, aber das wir wohl nicht wie die meisten Menschen zu hirnlosen Skags oder „Zombies“ geworden sind, sondern zu sogenannten Toxischen, wie auch sie und ihre bewaffneten Kumpanen auch welche sind. Sie selber würden einer Organisation angehören, die verhindern das die Seuche sich ausbreitet und ein Leben im Untergrund führen würden, da Toxische wohl auch gejagt werden von einer Organisation, die früher als die Inquisition bekannt war, und sich seit dem Zweiten Weltkrieg BLEACH nennt. Wir müssten nun regelmäßig an sogenannten „Purgis“ Ritualen teilnehmen, um das Odium, das sich in unserem Körper aufbauen würde, und unser körperliche Erscheinung immer zombiehafter machen würde, wieder loszuwerden, so das wir weiter halbwegs wie normale Menschen aussehen.

    Das kleine Mädchen eröffnet uns dann, das wir wohl nach der nächsten Purgis das Land verlassen müssten, da man uns hier kennen würde, vor allem ich und Ghanima  zusätzlich noch als tot geführt werden würden.

    Was mich sehr freute war, das sie mir und Ghanima  dann je ein Bündel zuwarf, indem unsere Kleidung, Handys und Brieftaschen waren, die wir im Krankenhaus zurückgelassen hatten!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 4 Monate, 2 Wochen von Night Haunter Night Haunter.
    #4921
    Night Haunter
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    Der Anblick meiner wenigen verbliebenen Habseligkeiten und die doch recht ruhige Atmosphäre unter dem Schrottturm half mir, mich wieder etwas zu erholen. Mein Geisteszustand hatte die letzen Stunden doch sehr gelitten und in mir wieder etwas entfesselt, das ich in den letzten Jahren in der Psychiatrie und mit Yoga eigentlich gut in den Griff bekommen hatte. Jetzt nagt es wieder ständig an meiner Seele, so wie früher, das macht mir etwas Angst – aber gleichzeitig ist es so, als sei ein alter Freund zurück…

    Mir viel auf, das in dem Raum, in dem die Kleine uns unsere Situation erklärte, auch ein anderer Typ war, der weder zu meinem Freundeskreis, noch zur Z-Streife, wie die Kleine ihre Gefolgschaft nannte, gehörte. Er scheint wohl auch ein Toxischer zu sein und als wir Essen gegen unseren Hunger vorgesetzt bekommen hatten, lernen wir ihn kennen. Sein Name lautete Amadeus Theophilos Gottlieb. Wobei alles Gottlieb heißt, nur in einer anderen Sprache, aber da ich mir das nicht alles merken kann nenn ich ihn halt einfach nur Gottlieb oder Gottlieb³… Er war wohl mal Bibliothekar, der sich zum Reporter umorientiert hat und sich seine Infos mit manchmal nicht ganz legalen Methoden besorgt hat. Da ist er wohl auf ein paar mysteriöse Sachen gestoßen und seither befasst er sich mit dem Okkultem Zeug, dass sich für uns Alle als nur allzu wahr herausgestellt hat. Bei seinen Nachforschungen hat er sich wohl angesteckt als man ihn erwischt hat, als er seinen Nase in Dinge gesteckt hat, die ihn nichts angehn. Er scheint ganz nett zu sein.

    Wir aßen uns die Bäuche voll von den Platten voll Lebensmitteln, die uns die Gefolgschaft der Kleinen, Elisabeth heißt sie – da lag ich mit Alice garnicht so weit daneben – auftischen ließ, doch ein Sättigungsgefühl wollte einfach nicht eintreten. Stattdessen rebellierten unsere Mägen und ein paar von uns mussten brechen. Elisabeth verkündete uns, dass sei normal – wir würden nun sehr viel Nahrung zu uns nehmen müssen – bzw Kalorien, um unseren Hunger zu stillen – am besten sollten wir trainieren, Motoröl zu trinken, da seien abstruse Mengen Kalorien drin…

    Nach dem Essen sagte uns Elisabeth, wir sollten all unseren Besitz flüssig machen, den Kontakt zu allen abbrechen die wir lieben, keine Handys mehr benutzen – und ganz wichtig, alle unsere Körperlichen Ausscheidungen immer aufsammeln und mitnehmen – sie sind hoch ansteckend und bei der Purgis müssen sie abgegeben werden, damit das Odium darin zu Sekret verarbeitet werden kann – ein Zeug das man wohl in Fälschen füllt und dann wie Tränke in Computerspielen trinkt!

    Kaum hatte die Kleinen ihren Vortrag beendet, wurde sie plötzlich ganz tapsig, ihre Augen wurden weiß und sie kippte um, wobei sie mit den Kopf am Tisch aufschlug. Ihre Gefolgschaft kümmerte sich sogleich um sie und sagten uns das sei normal bei ihr – der Virus hätte bei ihr ein Syndrom ausgelöst, dass ihr manchmal Visionen aufzwang. Wir sollten einfach warten bis sie wieder aufwache. Ich nutzte die Zeit um mein Harley Quin Kostüm anzuziehen, jedoch unter meine normale Kleidung.

    Als Elisabeth wieder erwachte, erzählte sie uns, sie hätte in ihrer Vision eine scheinbar endlose Höhle hinter einem Busch gesehen, und dass diese Höhle einen Scheideweg für uns darstellen wird. Sie konnte uns zwar nicht sagen wann und wo wir auf die Höhle treffen werden, aber scheinbar ist unsere Begegnung mit ihr vorbestimmt…

    Mit dieser Information und einem Umschlag für Enzo, einem Kontakt in Hamburg, wo wir zu einer Purgis gehen und ein Schiff finden sollen, dass und in die USA bringt, wurden wir dann aus der Obhut der Z-Streife entlassen.

    Wir trennten uns, jeder mit einem bestimmten Ziel, Ghanima und ich hoben mit Hilfe von Gottlieb unser verbleibendes Geld ab, dann ging Gottlieb noch zu einem Pfarrer, wobei ich mir nicht sicher bin, was er dort vorhatte. Viktor ging ein Wohnmobil kaufen, sagte seinen Angehörigen, er würde auf eine Reise gehen und würde längere Zeit weg sein, dafür hob er noch einiges an Barschaft ab. Robert holte auch alles an Barschaft von daheim, sowie sein eigenes Wohnmobil, an dem er schon seit Jahren gebastelt hatte, außerdem baute er aus Viktors neuen Gefährt alles aus, das Geortet werden konnte – Gps und Pannentelefon usw.

    Als wir uns dann alle wieder trafen, entschlossen wir nur über Landstraßen nach Hamburg zu fahren, und ich bestand darauf noch in Villach bei Landskron vorbeizufahren, da ich dort einen Bekannten habe, bei dem ich Waffen besorgen kann.

    Franz Phagwitz, mein Bekannter, wohnt auf einem Bauernhof im Wald in der Nähe von Landskron, wir parkten unsere Wohnmobile in der Nähe und ich ging, begleitet von Gottlieb, durch dem Wald zum Hof. Etwas ungewöhnlich war, das einige Bäume im Wald zerborsten waren und sich diese wie ein Bild in Richtung des Hofes zogen, als hätte jemand etwas übergroßes von dort aus in den Wald abgefeuert. Ich steuerte direkt auf die Scheune zu, von der ich wusste dass Franz dort seine „Spielzeuge“ untergebracht hatte. Ich öffnete die Türe und starrte gleich direkt in einen Lauf. Nicht irgendeinen Lauf – den Lauf einer 88mm Flakkanone! Dieser Irre hatte sich doch tatsächlich seinen alten Lebenstraum erfüllt und sich so ein Monster zugelegt. Ich weiß, er hatte mal erzählt, er hätte in Bulgarien jemand getroffen, der eine restaurierte – aber ich hätte nie gedacht das er sie sich kaufen, geschweigenden hier herschmuggeln würde! Auf das Kanonenschild stand liebevoll geschrieben: Marlene, ich musste ein bisschen lächeln ob Absurdität, die da vor mir stand.

    Nachdem ich mit Bewundern dieses, scheinbar funktionsbereiten Stücks Geschichte fertig war, machte ich mich an den Waffenkästen zu schaffen, besorgte mir zwei Glock Pistolen, eine Uzi und eine VSS Vintorez mit faltbarem Schaft – ein wunderbares, Schallgedämpftes Scharfschützengewehr aus Russland. Gottlieb öffnete geschickt einen der verschlossenen Kästen mit einem Dietrich und holte mich her um ihn zu erklären was er da vor sich hatte. Mein Herz hüpfte fast als ich die ganzen Kartoffelstampfer sah und ich stopfte die 7 Stielhandgranaten direkt in Mr. Honeybunny, meinen Hasenrucksack und die 4 Selfgasgranaten, die auch im Kasten waren, gleich dazu.

    Während ich weiter zusammensammelte, was wir so an Waffen brauchen könnten, hörte ich plötzlich wie ein Auto im Hof vorfuhr, jemand ausstieg, und „Lili Marleen“ singend immer Näher kam. Gottlieb wollte sich gerade verstecken, da begann ich zu dessen Entsetzten auch schon lauthals mitzusingen! Franz verstummte kurz in seinen Lied und rief vom Hof her: „Judith, bist du´s“? Ich antwortet ihm sogleich das ich es sei, und das ich mir gerade ein paar Sachen von ihm borgte. Verdutzt, aber wohl auch erfreut mich wiederzusehen kam er in die Scheune. Er fragte mich warum ich die Waffen bräuchte und ich meinte, ich würde verfolgt da ich Probleme mit hohen Tieren hätte – ihm aber nicht zur Last Fallen wollte bzw ihn nicht in etwas hineinziehen wollte. Franz war schon immer ein bisschen in mich verschossen gewesen, ich glaube darum hat er mir nicht nur sogleich geglaubt, er bat mir auch Hilfe über die Waffen hinaus an, und als ich diese ablehnte wollte er mir noch ein paar „Spezialitäten“ mitgeben – wobei er dann merkte, das wir den Kasten mit den Granaten schon geplündert hatten. Er fragte noch warum ich auch die alten Konservendosen mitgenommen hätte und war etwas überrascht als ich ihm erklärte, dass es sich um Giftgas handelte. Er erzählte mir dann noch, was für eine Freude es war, seine 88 gestern Nacht zu testen als ein Gewitter getobt hatte und er sie während es donnerte abgefeuert hatte – ich wäre so gern dabei gewesen und etwas reumütig  verabschiedete ich mich von ihm, um ihn nicht zulange unserer Gegenwart auszusetzen und berührte ihn auch nicht unter dem Vorwand etwas krank zu sein und ihn nicht anstecken zu wollen – was ja auch der Wahrheit entsprach. Um seine Stimmung noch etwas aufzuhellen versprach ich ihm noch zu schreiben und ein paar Fotos zu schicken, die von der etwas einschlägigeren Sorte.

    Da unser Wohnwagen-Konvoy jetzt nicht nur aufgemotzt und voller Vorräte, sondern auch bewaffnet war, machten wir uns auf den Weg nach Hamburg.  Robert fuhr den Führungswagen mit mir und Gottlieb, und dahinter fuhren Viktor und Ghanima im von uns liebevoll umbenannten Scheißlaster, da Robert dessen Fakalientank ordentlich vergrößert hatte. Gottlieb schlief während der Fahrt ein und hatte wohl einen sehr lebhaften Traum, denn als er aufwachte, sah er sich verwirrt um, starrte einen Auto hinterher und dann in die Ferne und schrie, als wir auf eine Abzweigung zufuhren: „Da jetzt links – da gehts zur Höhle!“ Wir diskutierten noch kurz das dies doch ein anderer Weg sei als nach Hamburg und was wir überhaupt bei der Höhle wollten und so, aber er war sehr überzeugend. Ich wollte zwar eigentlich zur Purgis, denn ich schaute schon immer Zombiehafter aus, doch er meine, wenn wir zur Höhle fahren, würden wir dort ganz viel irgendwas zur Purgis mitnehmen können und dass das ganz toll wär – da hab ich mich mitreisen lassen.

    So fuhren wir einen Berg hoch in ein kleines Dorf mit 3-4 Häusern. Dort würde es am nächsten Tag ein Motorcrossrennen geben – direkt vor der alten Mine des Dorfs, das stand zumindest auf einem Plakat. Da Minen ja sehr höhlenartig sind dachten wir, dass muss es sein, parkten unsere Wohnwägen auf einem Besucherparkplatz in der Nähe der Rennstrecke, wobei uns um die Zeit sogar tatsächlich ein Parkwächter einwieß.

    Uns war jedoch nicht so sehr nach Schlafen zu mute, als wir hörten, die Mine wäre morgen nicht zu besuchen wegen des Rennens, also machten wir uns schon in der Nacht dorthin auf. Der Eingang der Mine war durch ein großes, mit Eisen beschlagenen Tor versperrt. Gottlieb  machte sich am Torhäuschen daneben zu schaffen und fand dort eine Karte, während ich mich vor das Tor stellte, die Hand darauf legte und sprach: „Mellon“ (Freund) und dann die Türe aufdrückte, die scheinbar unversperrt war. 

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    #5245
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    Der Durchgang zur Mine war frei – Judith und die Anderen bis auf Viktor machten sich auf den Weg hinein. Zuerst suchten und fanden wir Taschenlampen, dann begannen wir die Stollen zu durchsuchen, was viel Zeit brauchte, doch Ganimas scharfen Augen sei Dank, konnten wir ein Symbol der Toxischen finden – ein Rätzel dessen Lösung wir zuerst nicht wirklich auf den Grund kamen – ein Symbol, das in den Stein gemeißelt war. Wir fanden mit Hilfe eines Hinweises aus unserem Brief des kleinen Mädchens heraus, das wir das Symbol eventuell mit Odium nachzeichnen mussten, so wie wir es mit einer Geheimtür in Hamburg zu tun gehabt hätten, wären wir dorthin gereist um dort zur Purgis zu gehen. Dies stellte sich als richtiger Ansatz heraus, doch die Ausführung gestaltete sich erst schwierig, bis es wieder Ganima war, der es wie Schuppen vor die Augen viel, und sie das Symbol, das sie als übereinanderliegende Buchstaben erkannte, als T, O und X nachzeichnete – TOX

    TOX Zeichen

    Krachend begann sich ein Durchgang in der Steinwand zu öffnen – ich erschrak erst furchtbar ob des plötzlichen Getöses und mein Fluchtreflex setzte ein und ich rannte los, kam aber nicht weit, da Viktor mich auf meinem Weg hinaus abfing und mich beruhigte. Er war gekommen um zu sehen, warum wir so lang brauchten. Gemeinsam betrachtete unser Gruppe den Durchgang und nachdem wir feststellten, dass unsere Wohnwagen da locker durchpassen würden, holten wir selbige und fuhren mit ihnen in die Mine und dann in den Durchgang, den wir, nachdem wir unsere Spuren beseitigt hatten, hinter uns schlossen, indem wir eine mit Odium beschmierte Hand auf eine handförmige Schalteinrichtung aus Stein auf der anderen Seite des Durchgangs drückten.

     

    So begann unsere Reiße tief unter Tage – wir fuhren kilometerweit über mehrere Stunden, bis wir in eine große unterirdische Kaverne einfuhren, die älter war als wie wir alle zusammen – Hunderte Jahre wohl – zumindest laut Gottlieb und Ganima, die die Ruinen und die Reste von Werkzeugen und Waffen wie Schwertern untersuchten. Nachdem wir uns umgesehen hatten, konnten wir viele alte Alphabete finden, die sich sozusagen aufeinander bezogen – und einen Schriftzug den wir in: „Wir dienen ihnen …..“ übersetzten. Mit Hilfe unseres Toxischen-Handbuchs kamen wir auf die Antwort „Utuku“ und schrieben es mit Odium dazu – was uns einen weiteren Durchgang öffnete.

     

    Und wieder ging es weiter in die Tiefe, wieder fuhren wir Kilometer um Kilometer bis zur nächsten Kaverne. Robert und ich kamen zu dem Schluss, dass wir wohl bereits unter dem Mittelmeer sein mussten, was Richtung und Fahrzeit anbelange.

     

    Diese Kaverne war wohl noch älter als die vorherige – die neuesten Ruinen und Fundstücke wie Schwerte und Rüstungen deuteten laut Gottlieb und Ganima auf die frühe Römerzeit hin! Wieder fanden wir einen Schriftzug, der den Satz des Letzten weiterzuführen schien: „… den großen Ehrwürdigen….“ Wir kamen schnell auf „Wurm“ und schrieben es in Odium dazu – auf Latein, da diese Sprache da wohl noch anwendbar sein musste – doch diesmal schienen wir uns geirrt zu haben – denn anstatt das sich eine neuer Durchgang öffnet, öffnete sich die Decke über uns und auf uns ergossen sich Spinnen in der Größe von Kleinwägen! Zu unserem Glück schienen die meisten davon tot oder in einem Zustand der Bewegungsunfähigkeit zu sein – bis auf eine – die stürmte auf uns zu!

     

    Wir hatten kaum Zeit zu reagieren und bald entbrannte ein brutaler Nahkampf und nur mit größter Anstrengung schafften Ganima, Robert und ich es, die Bestie außer Gefecht zu setzten. Schnell wurde uns bewusst, dass die Spinnen wohl untot waren wie wir es sind. Während wir den Kadaver betrachteten, hörten wir hinter uns einen laut krachenden Schuss und als wir uns umdrehten, sahen wir Gottlieb, der sich aus dem Nahkampf gelöst hatte um Schutz zu suchen, und hinter ihm eine zweite Riesenspinne, die gerade zurücktaumelte, getroffen von Viktor, der mit einer Boys Anti Tank Rife, einer Panzerbüchse, neben seinem Wohnwagen stand. Ich zog meine Vintorez und schaffte es mit einer gezielten Salve das Biest endgültig zu erledigen.

     

    Nachdem wir die restlichen Spinnen auf ihren Bedrohungsgrand überprüft hatten und zu dem Schluss kamen, das die Gefahr wohl gebannt war, rasteten wir erstmal, dann suchten wir nach Hinweise, was denn nun die Richtige Antwort sein konnte, da „Wurm“ wohl falsch gewesen sein musste und eine wohl überaus tödliche  ausgelöst hatte – wenn die Spinnen alle noch genug Kraft in sich gehabt hätten – hätten sie uns wohl alle gekillt.

     

    Ich sah mir die Alphabete im Raum etwas genauer an und entdeckte, dass bei manchen Buchstaben kleine Stiche dazu gemeißelt worden waren, bei manchen einer, bei machen zwei bis drei und immer an anderen Stellen um die Buchstaben herum. Nach einiger Rätzelei kamen wir zu dem Schluss, dass, wenn man die markierten Buchstaben übereinander legen würde, zwölf Striche rundherum gehen würden, wie die Stunden einer Uhr – wir ordneten die Buchstaben von eins bis zwölf an und es ergab das Wort: SHKHARA´ARAK. Wir schrieben es in Odium zu den Teilsatz und diesmal lagen wir richtig – ein weiter Durchgang öffnet sich.

    SHKHARA´ARAK

    Die Fahrt war wieder lang und die Kaverne am Ende war die größte in die wir bisher gekommen waren – eine unterirdische Stadt, angelegt wie eine Befestigung, und in der Mitte eine riesige Kuppel aus Stein – wie eine Fusion aus dem Kolosseum und einer Moschee.

     

    Der Weg durch die Außengebiete der Stadt ließen sich noch mit dem Wohnwagen zurücklegen, auch wenn wir oft Trümmer der verfallenen Ruinen aus dem Weg räumen mussten, die letzten Hundert Meter vor dem Kolosseum konnten wir aber nur noch zu Fuß zurücklegen, da die Gassen so eng waren.

     

    Wir ließen also unsere Wagen zurück und gingen zu Fuß weiter, bis wir an den Platz vor dem Kolosseum kamen. Neben dem Tor konnten wir vier Wachen erkennen, fast bis aufs Skelett abgemagerte Gestalten die regungslos da standen. Erst als Gottlieb, überwacht von mir und Viktor mit den Gewehren im Anschlag, auf sie zuging und sich vor sie stellte, streckte eine Wache die Hand zu ihm aus – er wich zurück und die Hand senkte sich wieder. Er kam auf die Idee ihnen Odium anzubieten, schritt wieder vor, die Hand hob sich wieder, er legte ihm etwas davon hinein und schritt zurück – doch die Hand senkte sich einfach wieder und das Odium fiel zu Boden ohne etwas zu bewirken. Wir rätselten was zu tun sein, da tauchte aus einem kleinen Loch in der Seite des Kolosseums ein abgemagerter Hund auf, sammelte das am Boden liegende Odium auf und kehrte ins Loch zurück.

     

    Etwas irritiert verfolgten wir die Scene und kamen nach Betrachtung des Lochs zum Schluss, dass wir durch dieses nicht passen würden.

     

    Gottlieb entschied, er würde noch einmal zu den Wächter gehen und dessen Hand ergreifen, wenn er sie wieder ausstreckte und wir sollten ihn wieder Deckung geben. Gesagt – getan, und tatsächlich ergriff der Wächter Gottliebs Hand und begann ihn langsam in die Gassen den Stadtbereichs vor dem Kolosseum zu führen. Gottlieb fiel schnell auf, das die Wache mit ihm eine Bestimmte Rute abschritt, bevor sie ihn wieder losließ und sich zurück zum Tor stellte, der Weg beschrieb ein H! Nun folgten auch wir Gottliebs Beispiel und nachdem die Wachen uns noch weitere Buchstaben durch die Wege in den Gassen vermittelt hatten, hatten wir ein weiteres Passwort herausgefunden: „HINEINI“

     

    Am Tor fand sich der fortgeführte Satz: „…. doch unsere Loyalität gilt…“ was wir mit „Hineini“ ergänzten – und das Tor öffnete sich.

     

    „Wir dienen ihnen, UTUKU, den großen Ehrwürdigen SHKHARA´ARAK, doch unsere Loyalität gilt HINEINI“

     

    Im Kolosseum fand sich eine große Arena, in der 5 Mauerbögen standen, und ich sah, wie der Hund, den wir früher gesehen hatten, gerade dabei war, etwas aus seinem Maul in ein etwa eineinhalb Meter breites Loch in der Mitte des Arenabodens fallen zu lassen – das Odium, das Gottlieb den Wachen angeboten hatte. Dann stellte er sich unter eine der Steinbögen und aus dem Loch erhob sich ein violetter Tentakel aus einer Gallertartigen Masse – bewegte sich auf den Hund zu und begann ihn zu umschließen. Der Hund wehrte sich nicht und wir beobachten von den Rängen aus das Geschehen. Einige Augenblicke vergingen, dann zog sich die Masse zurück und der Hund lief mit dem Schwanz wedelnd zu uns – er war kaum wiederzuerkennen – voller Lebenskraft, glänzendem Fell und gut genährt – die wahrscheinlich schönste Version von sich selbst.

     

    Ich zog sogleich den Schluss – er musste eine Purgis durchlaufen sein und diese Masse hatte ihn gereinigt! Ich nahm den Hund an den Vorderpfoten und begann mit ihm euphorisch im Kreis zu hüpfen und laut zu singen – Purgis – Purgis – wir machen eine Purgis! Dann ließ ich ihn los und rannte aus dem Kolosseum durch die Gassen zu unseren Wohnwagen. Dort begann ich das gesammelte Odium in den Fäkalientanks unserer Wohnwagen in alle möglichen Behälter zu füllen und zu diesem Loch der Arena zu schaffen. Erst sahen mich meine Freunde komisch an – doch ihnen schien gewahr zu werden, dass was ich vorhatte, wohl vielleicht gar nicht so dumm sei und schlossen sich meinem Tun an.

     

    Wir lehrten unser Odium in das Loch im Arenaboden und stellten uns unter die Steintore. 5 Gallerttentakel erhoben sich aus dem Loch und umschlungen unsere Körper, drangen in Mund, Nase und Ohren ein und ein Gefühl der Erneuerung überkam uns – mehr noch, auch Wissen und eine Kraft, die wir weder als Atmer, noch als Toxische gekannt haben, strömte in unsere Körper. Aber auch unser Wissen fand seinen Weg in die Masse – sie lernte von uns, lernte, was in den Jahren ihres Schlummers so geschehen ist – und sie war nicht erfreut.

    [neue Karte erhalten: Laszivia]

    Er teile seine Gedanken mit uns und er erklärte, der Feind würde in 24 Jahren kommen und die Skags werden die Frontlinie sein, geführt von den Toxischen um die Menschheit vor der totalen Ausrottung zu bewahren. Wir Fünf werden seine rechte Hand sein, die Vorbereitungen treffen und seine Armeen zusammenstellen – wir sind nun seine Hohepriester.

     

    Hineinis ist erzürnte, dass offenbar andere Utukku hinter dem Zeitplan hinterher hinken und die Toxische Gesellschaft ihren Sinn und Zweck, ja ihre Bestimmung, vergessen hat. Wir sollen dies ändern, denn das Vergessen hat dazu geführt, dass diese Bestimmung im Nebel der Geschichte zu einem Mysterium verkommen ist.

     

    Hineini erklärte uns, das er uns an eine Ort bringen würde, von dem aus wir seine Sache in die Welt hinaustragen könnten, wir sollten holen, was wir am Körper tragen können, dann würde er uns in sich transportieren. Wir kamen dieser Aufforderung sogleich nach, lösten uns gereinigt aus seinen Tentakeln und sammelten unsere Ausrüstung zusammen.

     

    Dann sprangen wir in das Loch im Boden der Arena, auch unser neuer, vierbeiniger Freund. Wir landeten in Hineinis Leib, versanken in seiner Masse aus Gallert und dann ging die Reise los – in Atemberaubender Geschwindigkeit raste der neu erwachte große ehrwürdige Utuku namens Hineini mit uns in sich durchs Erdreich dahin. Stunden vergingen bis er seinen Leib durch eine Wand hindurch in ein Tunnelsystem brach, das an eine Kanalisation erinnerte. Sein Leib füllte sie komplett aus und Lebewesen, die sich erst noch dort befanden wo jetzt Hineinis Leib war, wurden von ihm umflossen, vereinnahmt und aufgelöst. Eine menschliche Gestalt – ich weiß nicht mehr ob Skag oder Toxischer – trieb an mir vorbei – im Gesicht ein Ausdruck der Verwunderung und Entsetzens als er sich in Hineini aufzulösen begann.

     

    In diesem Kanalisationstunnel stoppte er dann auch und entließ uns aus seinem Leib. Etwas orientierungslos machten wir uns daran herauszufinden, wo wir den seien, fanden jedoch erst keine Anhaltspunkte, nur ein Schott, welches wir öffneten. Auf der anderen Seite der Türe fanden wir eine Tafel – Out of Order – also waren wir zumindest mal in einem Englischsprachigen Land. Ein Stück weiter fanden wir dann einen Aufgang zu einem Gullideckel – da kletterten wir nach oben.

     

    Als wir den Deckel öffneten, fanden wir uns nicht auf offener Straße wieder, wie wir es erwartet hätten, sondern eher im Keller eines Gebäudes. Davon hatte ich schon mal gehört, dass es speziell in den USA noch alte Gebäude gibt, die tatsächlich noch einen Kanalisationszugang im Keller haben. Ein weiterer Hinweis auf unseren Aufenthaltsort. Auf dem Weg aus dem Keller ins Erdgeschoss hörten wir Schreie, was uns innehalten ließ – Gottlieb zog die Pistole, die ich ihm gegeben hatte, damit er sich verteidigen konnte, sollte es notwendig werden und öffnet die Tür ins Erdgeschoss. Neben der Tür lag eine Leiche mit zerschossenem Gesicht. Ich sah wie Gottlieb im Vorbeigehen etwas Speichel in die Wunde der Leiche strich – ich wollte gerade fragen warum, da gellte schon der nächste Schrei und Gottlieb lief zur Türe hinaus auf die Straße. Ich hörte nur wie er „Freeze“ rief als er mit ausgestreckten Pistolenarm durch die Tür stürmte, also lief ich hinterher, die Vintorez im Anschlag.

     

    Auf der Straße sah ich, wie Gottlieb erst auf einen kreidebleichen Mann mit einer Pistole zielte, dann jedoch herumschwang und sie auf zwei Skags richtete, die auf ihn zugelaufen kamen. Ganima kam als nächstes durch dich Türe und direkt in den Weg von einem der Skags, der sie an den Schultern packte. Der zweite Skag stürzte sich auf den Mann, hinter dem sich eine ältere Dame schreiend versteckte. Der Mann konnte dem Angriff ausweißen und der Skag stützte an ihm vorbei in einen Müllcontainer. Als der andere Skag Ganima angriff stürzte ich los um ihn von ihr wegzutreten, was mir auch gelang, Ganima sprang dann hinter ihn und schlang ihm ihre Kette um den Hals. Unser hündischer Begleiter war auch mitten im Geschehen und sprang in den Container um den Skag darin die Kehle zu durchbeißen. Robert kam auch aus dem Haus mit seiner Schaufel in der Hand und stürme zu unser aller Verwunderung auf den Mann mit der Pistole statt auf die Skags und schlug ihn nieder und scheinbar auch direkt KO. Ich und Ganima rangen weiter mit dem Skag und dieser schaffte es, sich im Kampf mit uns an Ganimas Kette selbst zu enthaupten! Unser Hund schaffte es den Skag im Container auch außer Gefecht zu setzen, indem er ihn regelrecht die Wirbelsäule rausriss. Die Frau, die sich hinter dem Mann versteckt hatte, den Robert ausgenockt hatte, griff nach der zu Boden gefallenen Waffe ihres Beschützers und richtete sie auf Robert, traf ihn in die Hüfte, was ihn aber nicht aufhielt, nun versuchte er sie zu entwaffnen – schlug mit der Schaufel nach ihrer Hand, verfehlte aber. Gottlieb ging dazwischen, drängte sich vor Robert und redete Beruhigend auf die Frau, eine in einen teuren Pelzmantel gekleidete ältere Dame, ein. Er schaffte es tatsächlich diese zu überzeugen, ihm die Waffe zu geben.

     

    Ich sah mich um und konnte keine weiteren Gefahren ausmachen – also begann ich zusammen mit unserem Hund, die ausgeschalteten Skags ins Haus zu bringen – wie es mir von dem kleinen Mädchen der Z-Streife eingeimpft worden war – lasse nichts zurück. Im Haus kam mir jedoch wieder ein Skag entgegen – die Leiche ohne Gesicht hatte sich erhoben und kam auch mich und den Hund zu – eine Salve aus meiner Vintorez auf kurze Distanz in den intakten Teil seines Schädels später, hatten wir drei ausgeschaltene Skags zu entsorgen. Wir brachten sie in die Kanalisation, wo ich Viktor sah, der sich an Kisten zu schaffen machte, die, laut Viktor, Hineini mitgeholt hatte. Wir durchsuchten die Skags – die, obwohl ich ganz sicher ihre Hirne zerstört hatte, immer noch Regungen zeigten, jedoch völlig unkoordiniert. Wir fanden 342 US-Dollar und ein paar Ausweiße – alle aus Florida – genauer: Okeechobee – Hussa – die Stadt hatte endlich einen Namen.

     

    Ich beschloss die Skags an Hineini zu verfüttern und warf sie in einen abgesenkten Teil der Kanalisation, in den er sich zurückgezogen hatte. Dann holte ich mir aus einer der Kisten, die Viktor begutachtete, einen Gladius, den ich mit der Klinge voran in meinen Hasenrucksack Mr Honeybunny steckte, so das nur noch der Griff herausragte. Viktor erzählte mir, dass er diese Stadt sogar kenne – er besitzt hier eine Papierfabrik – eine Investition, die er früher bereut hatte – sich aber jetzt als sehr nützlich erweisen könnte – immerhin würde solche Fabriken ziemlich übel riechen, was den Geruch von Skags oder Toxischen überdecken kann. Er drückte mir noch 2000 Dollar in die Hand und sagte, wir würden uns dort treffen.

     

    Ich ging wieder nach oben hinaus auf die Straße – die Frau und der Mann von früher waren weg, aber meine Freunde unterhielten sich gerade mit einem Mann in Anzug, der von zwei Skags begleitet wurde – aber obwohl die Situation angespannt wirkte, ging von ihnen wohl keine Gefahr aus, ich gesellte mich dazu, bekam aber nur mehr den Schluss des Gespräches mit, sowie die Verabschiedung. Gottlieb erzählte mir später, dass der Mann im Anzug ihnen eigentlich erst nur eine Visitenkarte zuschnippsen wollte, Ganima ihn jedoch mit ihrer neuen, auf Toxische scheinbar sehr eindrucksvoll wirkenden Kraft dazu gebracht hat, mit ihnen zu sprechen. Er sagte uns, dass hier wohl gerade eine „Ernte“ stattfinden würde und das in den Nachrichten bald von einem Anschlag die Rede sein wird. Gottlieb scheint dem Mann im Anzug wohl dann sowas gesagt zu haben wie, wir würden jetzt hier die Stadt übernehmen und das wir Hineini dienen und er, wenn er möchte, zu uns dazukommen könnte, den wir würden jemand ortskundigen brauchen – der Mann lehnte aber ab, er hatte Gottlieb wohl kein Wort geglaubt. Als er ging sagte er uns noch, wir müssen in zwei Wochen unbedingt zur Purgis gehen, dann war er dahin.

     

    Nachdem er weg war, erzählte ich den anderen, was Viktor mir gesagt hat und wir beschlossen, dass wir zur Papierfabrik fahren würden. Davor wollte Ganima aber noch dem kleinen Laden, vor dem der Container stand, noch einen Besuch abstatten. Später erfuhr ich, dass sie dort neben etwas Geld auch eine Schachtel mit Utensilien zur Ausweisfälschung finden konnte. Ich stieg in der Zwischenzeit eine Feuertreppe hoch um die Umgebung mit meinem Zielfernrohr auszuspähen – was ich da sah war etwas bedenklich – rund um den Stadtteil, um den wir uns befanden, waren Straßensperren errichtet worden, alle mit Polizisten besetzt und mit Krankenwägen dahinter. Ich konnte nur zwei Schwachpunkte ausmachen – eine Plünderung in der Nähe einer Absperrung schien die Polizisten dort eventuell weglocken zu können und ein Krankenwagen, der einsam in der Nähe einer der Absperrungen stand, außer Sicht selbiger und unbewacht.

     

    Ich musste die Gruppe auf Trapp bringen – sonst würden wir hier eingekesselt. Ich ging erst langsam, dann schneller die Feuertreppe runter und warnte die anderen, dass wir zwei Möglichkeiten hätten, hier raus zu kommen – was Gottlieb noch um eine dritte Option erweiterte – der Kanalisation. Die Gruppe entschied Demokratisch, dass wir unser Glück mit dem Krankenwagen versuchen sollten.

     

    Wir bemannten diesen, Robert am Steuer – immerhin ist er ja selbst Krankenwagenfahrer gewesen, Ganima als Patientin auf der Liege, ich legte eine Rot Kreuz Binde an und verpasste Ganima ohne groß zu fragen eine Infusion und Gottlieb spielte den Assistenten. Wir kamen bis zur Polizeisperre – wurden dann jedoch sofort angehalten und man forderte uns auf, den Wagen überprüfen zu lassen – Robert versuchte sie davon zu überzeugen, das wir schnell zu einem Krankenhaus müssten – sie ließen sich aber nicht abwimmeln – es wurden sogar Waffen auf unseren Wagen gerichtet. Wir willigten ein uns schnell überprüfen zu lassen, aber sie sollten sich beeilen. Die Türe hinten öffnete sich, ein Polizist stieg ein – schaute uns an und sagte: „Ah – Brüder – alles Ok“ und zwinkerte mir zu. Dann rief er nach draußen, dass alles Ok wäre und sie uns passieren lassen sollten, was sie dann auch sogleich taten. Offenbar hatten wir Glück und sind auf einen anderen Toxischen getroffen.

     

    Wir machten uns auf den Weg zu der Papierfabrik, die sich im Industrieviertel der Stadt befand – etwas verwundert stellten wir fest, das Viktor dort schon auf uns wartete – er lächelte als wie ihn fragten wie er hierherkam – „Utuku-Express“ meinte er. Das war mir sehr peinlich – nicht nur weil ich nicht daran gedacht hatte – mehr weil ich meinen guten Freund komplett vergessen hatte und ihn eigentlich zurückgelassen habe…

     

    Die nächsten Wochen verbrachten wir damit unsere Kontakte neu zu knüpfen und uns einzuleben und einzurichten. Robert begann seinen neuen Wagen zu modifizieren und sich eine Werkstatt dafür herzurichten. Gottlieb experimentierte mit Skaks herum und es gelang ihm drei zu domestizieren. Ganima knüpfte Kontakte zu lokalen Banden und dem örtlichen Drogenmilieu. Viktor kümmerte sich um das Geschäftliche in der Fabrik, die Arbeiter wurden durch Skags ausgetauscht und diese trainiert sowie sichergestellt, dass sie nicht aufhauen konnten, nur die Rezeption war noch mit Atmern besetzt. Ich wollte unseren Vierbeinigen Freund abrichten, für den ich immer noch keinen Namen gefunden hatte – Doggy MC Dogface wurde nur belächelt. Die Aufgabe war sehr einfach – er konnte schon alles, er ist wohl eine Art TOX-Dog und damit überdurchschnittlich intelligent. Wir werden ihn in Zukunft dafür verwenden können um uns zu kontaktieren, denn er findet jeden von uns mit Leichtigkeit und er kann uns auch helfen, andere Toxische zu finden mit seiner feinen Nase. Außerdem knüpfte auch ich Kontakte, indem ich die Umgebung unseres neuen Zuhauses durchstreifte, besonders gefallen hat es mir im „Iris Gun&Bar“, Iris, die Besitzerin, ist ein resolute Frau in den fortgeschrittenen Dreißigern und kennt sich wirklich gut mit Waffen aus – herrlich, jemand zum Fachsimpeln! An den Waffenladen angeschlossen ist eine Bar und ein Schießstand, dort lernte ich Jim kennen, er besitzt eine Alligator Farm in einem Sumpf, auch mit ihm verstand ich mich prächtig und er lud ich mich auch recht bald zu sich und seiner Frau nach Hause ein, als ich ihm erzählte, das ich in Österreich einen alten Bunker restauriert hatte um mich auf eine eventuelle Katastrophe vorzubereiten, war er gleich ganz aufgeregt und zeigte mir seinen eigenen Bunker, den er auf seinem Grundstück angelegt hatte, der Eingang war versteckt unter einem alten, verrosteten VW-Käfer. Wenn man die Motorhaube öffnete, konnte man hinabsteigen – eine tolle Anlage! Außerdem fand ich über ein Flugblatt einen Yogakurs, den eine Frau namens Kirsten veranstaltete, eine nette Dame, die direkt am Okeechobee-See ein Häuschen hatte und die Kurse auf der Terrasse oder in ihrem Wintergarten mit direkter Sicht auf den See veranstaltete. Diese Frau war durch nichts aus der Ruhe zu bringen, die neuen Atemtechniken, die sie mir beibrachte, halfen mir sehr mich wieder zu beruhigen, wenn meine Freunde und die neue Umgebung mal nervlich etwas zu belastend wurden.

     

    So vergingen die ersten zwei Wochen recht schnell und ohne größere Probleme, bis dann kurz vor Ende der zweiten Woche Gottlieb bei einem Ausflug in die Stadt beschattet worden ist. Er hatte es bemerkt, lauerte dem Verfolger an einer Ecke auf und konfrontierte ihn direkt. Der Mann gab sich als Z-Streife zu erkennen und erinnerte Gottlieb daran, das Morgen die nächste Purgis stattfinden wird und unsere Anwesenheit dort verpflichtend sei, er gab ihm auch eine Visitenkarte mit der Adresse – eine alte Irrenanstalt in Orlando. Diese Nachricht machte mich besonders kirre – ich kann Irrenanstalten nicht leiden, sie erinnern mich an das Dunkel in mir, ich tat damals, als mich meine Eltern in eine gesteckt haben, alles um dort wieder rauszukommen, ich hatte damals das große Glück, das ich meinen Arzt davon „überzeugen“ konnte, das meine Yogakurse, an denen ich teilgenommen habe, mir geholfen haben mich in den Griff zu bekommen. (Ein bisschen Körperliche Zuwendung hat aber wohl den Großteil seiner Entscheidung ausgemacht)

     

    Wir verbrachten die Zeit vor der Purgis damit uns vorzubereiten, Robert und ich hatten bisher nur die Hälfte unseres Odiums an Hineini geopfert um etwas für die Purgis übrig zu haben, bei Ganima bin ich mir da nicht so sicher, ob sie das getan hat, von Gottlieb weiß ich, dass er sich voll auf Hineini konzentriert hatte, er ließ sich auch noch extra vor der Abfahrt nach Orlando reinigen – ich glaub er legt es darauf an es den anderen Toxischen dort zu zeigen, dass wir nicht auf eine Purgis dort angewiesen sind. Viktor blieb in der Fabrik, zusammen mit unserem Hund – ihn hatte die Streife ja auch nicht gesehen.

     

    Die Fahrt von etwa 150 km hatten wir schnell hinter uns und als wir auf den Parkplatz der alten Anstalt parkten, merkte ich schon, wie meine Nerven sich langsam aber sicher zu verabschieden begannen. Ich wurde immer nervöser, blickte mich ständig um, kaute an meinen Nägeln und musste mich ständig kratzen. Gottlieb fiel das zwar auf und meinte ich solle ruhig bleiben und das alles in Ordnung sei, doch er kennt mich noch nicht allzu gut, ich glaube nicht das er wirklich versteht, was in mir vorgeht. Wenn Viktor nur hier gewesen wäre, er hat schon immer gewusst wie er mich vom Abgrund des Dunkels zurückholen kann, ja mich sogar aus selbigen zu ziehen wenn es sein musste. So hatte ich nur Mr Honeybunny, eine Uzi, die einzige Waffe, die ich mitgenommen hatte, und meine Atemübungen um mich zu beruhigen, letzte vermochte ich jedoch kaum einzuhalten und ich fiel immer wieder in eine Art Schnappatmung zurück.

     

    Am Eingang des Asylums wurden wir ohne Probleme durchgelassen, nur Gottlieb mit seinen drei Skags: Huey, Dewey und Louie wurde komisch beäugt und als er an den Wachen vorbei war, murmelten sie hinter seinem Rücken: „Muss wohl eine neuer Gottloser sein…“

     

    In der Haupthalle des Asylums trafen wir dann auf die Z-Streife, die Gottlieb beschattet hatte und Gottlieb sprach ihn auch gleich an, wo wir hinmüssten. Er verwies uns auf eine Bar und schärfte uns ein, keine Probleme zu machen, sonst würden wir „gequadert“ und würden in besagter Bar als Sitzgelegenheit dienen. Auf unsere Nachfrage, was „quadern“ bedeuten würde, fragte er uns ob wir mit dem Prinzip einer Schrottpresse vertraut wären. Auch forderte er uns auf, unsere Waffen abzugeben und ich händigte ihm schweren Herzen meine Uzi aus, ich musste ihm meinen Namen nennen und erwartete dann einen Abholschein, doch ich bekam keinen – was meine Nerven noch weiter anspannte, auch wenn er mir versicherte, gut auf die Waffe acht zu geben, und das ich sie sicher wieder bekäme… Ich traue ihm nicht so besonders, das kleine Mädchen damals hatte mir auch die Waffen abgenommen und ich hab nichts wiederbekommen und sie war auch von der Z-Streife… Gut das ich meine Vintorez nicht mitgenommen habe. Auch Ganima gab ihre Kette ab, die sie sonst wie einen Gürtel trug, dann machten wir uns auf den Weg zur Bar.

     

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    #5383
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    Die so genannte „FUBAR“ war nicht besonders groß und bestand aus Sperrholzplattenwänden, die in einer Halle aufgezogen worden waren, um die Bar abzugrenzen. Die Tische und Stühle darin waren einem Samelsorium verschiedenster Art und ließen den Raum wirken, als hätte jemand einen Flohmarkt geplündert, doch in seiner Gesamtheit strahlte sich doch einen gewissen Scharm aus. Besonders auffallend waren einige der Stühle an bestimmten Tischen, welche nichts weiter waren als Quader aus zusammengequetschen Metal, wohl die, auf die uns die Z-Streife hingewiesen hatte. Der Barkeeper und Besitzer war ein großgewachsener Afroamerikaner, Mr. Fu. Wir setzten uns direkt an die Bar und ich bestellte mir eine Bloody Marry und Ganima einen Whiskey. Das erste Getränk scheint hier aufs Haus zu gehen und Mr. Fu begann auch gleich uns ein bisschen auszufragen, woher wir den seien, da er uns hier noch nie gesehen hatte und was hier allgemein wollten. Wir erzählten ihn so dies und das, ließen aber die Details, die mit Hineini zu tun hatten, aus. Nach meiner zweiten Bloody Marry fühlte ich mich schon wieder viel besser und das bedrückende Gefühl und die Panik von früher schien vergessen. Während Ganima sich weiter mit Mr. Fu unterhielt, entdeckte ich die Musicbox in der Bar und Ganima drückte mir gleich ein paar Münzen in die Hand. Ich spielt einen „Happy Peppy“-Song nach dem Anderen und begann dann auch zu tanzen, zuerst langsam, dann immer wilder und aufreizender. Um mich bildete sich eine Gruppe Schaulustiger, die erst schnell alles in meiner Reichweite wegräumten, das zu Bruch gehen könnte und dann meine kleine Show genossen. Ganima erzählte mir später, das Mr. Fu es überhaupt nicht gern sah, wenn etwas in seiner Bar zu Bruch geht, alles hier ist von emotionalen Wert für ihn, darum waren die Stammgäste auch sehr fix damit, alles wegzuräumen, das ich versehentlich demolieren könnte. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß und tanzte mir die Angst von früher von der Seele. Die Gäste klatschten und feuerten mich an, manche von ihnen zog ich aus der Menge und bezog sie ihn meine Kapriolen mit ein. Viele sahen noch recht normal aus, manche waren schon etwas Skagartiger und einige wenige sogar schon kurz davor selbst Skags zu werden. Mich kümmerte das Wenig, ich fand es eher lustig, vor allem als einer der fast Skags sich beim euphorischen Klatschen selbst eine Hand abklatschte. Nach 6-7 Songs verbeugte ich mich überschwänglich für mein Publikum und begab mich wieder an die Theke. Ich setzte mich auch meinen Drehstuhl und machte noch eine kurze Umdrehung, um nochmal in den Raum zu schauen. Die Bar schien nun besser gefüllt als davor, was mir aber mehr ins Auge stach, waren vier Personen, die in diesem Moment an der Bar vorbeigingen. Eine schöne Frau mit einem Blick, der gerade so noch nicht überheblich wirkte, aber auch nur fast – also würde sie sich anstrengen, es nicht zu zeigen. Hinter ihr gingen drei Männer, ein sehr kurz geratener, irgendwie giftig wirkender, ein etwas beleibterer mit schütterem Haar und freundlichen Gesichtsausdruck und ein sehr großer dünner Mann, dem das Gesicht fehlte, bzw keine Gesichtshaut hatte! Ich vollendete die Drehung auf dem Stuhl und fragte Mr. Fu, wer denn diese Leute waren. Die drei Männer nannte er „unsere Docs“, ihre Aufgabe war es wohl Toxische wieder zusammenzuflicken oder zu „optimieren“ und bei der Purgis das Odium zu destilieren. Er warnte uns explizit davor, sie als: two and a half Mengele zu bezeichnen, das würden sie wohl nicht besonders schätzen.

     

    Mr Fu eröffnete mir, das auch meine weiteren Getränke für heute aufs Haus gingen, den meine Tanzeinlage hätte ihm die Bar noch ordentlich gefüllt, woraufhin ich mir gleich nachschenken ließ. Ganima hatte sich wohl in der Zeit, in der ich tanzte etwas zu essen bestellt, irgendwas mit Nieren, und als es aus der Küche kam, sahen wir, dass in dieser ein Mann mit geöffneter Bauchhöhle an ein großes, hölzernen X genagelt war, der aber scheinbar noch lebte, naja – soweit man das Dasein als Toxischer als „Leben“ bezeichnen kann. Mr. Fu erklärte uns, dass dies eine alternative Art der Bestrafung für Toxische war, die das Gesetzt gebrochen hatten. Ganima ließ sich davon nicht stören und genoss die Nieren trotzdem. Ich glaube, hätte Mr. Fu einen guten Chianti gehabt, hätte sie sich noch eine Leber bestellt.

     

    Während Ganima aß, fragte uns Mr. Fu, ob wir denn auch an Geschäften interessiert wären, was wir bejaten, Ganima pries ihre Vermögensumgestaltungsfähigkeiten an und wies auf mein Geschick mit Waffen hin. Er sagte uns, er hätte zwar für Diebstahl nicht viel übrig, aber da er selbst öfters Ziel dieses Geschäftsmodells sei, könnte er uns eventuell als Auftragsgegen-, Rache-, oder Rückbeschaffungsmaßnahme anstellen, sollte der Fall eintreten. Wir stimmten dem gerne zu. Während er uns dieses Angebot machte, beugte er sich verschwörerisch zu uns vor, dabei baumelte eine kleine Phiole an einer Kette von seinem Hals herunter. Ich griff danach um sie näher zu begutachten, worauf er mit einer erhobenen Augenbraue reagierte. Ich ließ sie los und fragte ihn, was dies denn für ein Fläschchen sein. Es handelte sich um „Sekret“, welches bei der Purgis aus dem Odium destilliert wird. Seines war rot und diente zur Heilung. Er eröffnete uns, das solche Sekrete je nach Nachfrage zwischen 25.000 und 100.000 $ wert seien, was mir ein verschmitztes Grinsen ins Gesicht zauberte, denn ich erinnerte mich, das in den Kisten, Viktor damals von Hineini bekommen hatte, große Mengen solcher Phiolen waren.

     

    Wenig später sah Mr. Fu auf seine Taschenuhr und eröffnet uns, dass es nun soweit sei, die Purgis würde losgehen. Er klopfte an die Küchentüre und rief seinen Koch zu, er solle kommen. Fluchend trat ein etwas kleiner Mann heraus, welcher Michael J. Fox wie aus dem Gesicht geschnitten war. Ich musste grinsen und konnte mir die Frage nicht verkneifen, ob denn der Doc auch noch käme. Er fand das wohl nicht so witzig und Mr. Fu erklärte, er habe eine speziell mutierte Form des Viruses, die ihm nach jeder Purgis ein neues Gesicht und Aussehen verpasste – komischerweise nie von „No Names“, nur von Prominenten. Er setzte sich eine bunt verzierte Maske auf und wollte schon losgehen, als er merkte, dass wir ihn verwundert ansahen. Er realisierte schnell, dass wir Europäer wohl nicht mit diesem Brauch vertraut waren (was nicht stimmte, wir hatten einfach nur keine Ahnung) und holte schnell ein paar Reservemasken unter der Theke hervor, dann ging es los zur Purgis.

     

    Wir begannen mit dem „Torkeln“ wo wir einen langen Marsch durch die Hallen des Hospizes machten

    — wird fortgeführt wenn ich den genauen Ablauf nochmal nachgeschlagen habe ^^ —

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